Patrick Angus ( geb. 1953 in Nord-Hollywood, Kalifornien; gest. 1992 in New York City, US ) studierte am Santa Barbara Art Institute, US. Er lebte in New York und Los Angeles. Die Galerie Thomas Fuchs vertritt den Nachlass von Patrick Angus.

Patrick Angus verlieh mittels Malerei und Zeichnung der schwulen Untergrundszene von New York in den 1980ern einen bleibenden künstlerischen Ausdruck. In einer Zeit, in der, besonders in den USA, die abstrakte und minimalistische Kunst vorherrschend war, wendete er sich ganz bewusst wieder der figurativen Malerei zu. Seine Motive reichen von Portraits, Stadt- und Landschaften bis hin zu Darstellungen des schwulen Untergrundmilieus mit einschlägigen Bars, Stripshows und Badehäusern. Diese bildete er mit einer hohen Sensibilität ab. Es waren jedoch nicht nur die schönen, sondern vor allem die ungeschönten Seiten der Personen und Situationen aus dem Milieu, die ihn beschäftigten. Das zentrale Thema, das in vielen seiner Werke zum Ausdruck kommt, ist dabei die Sehnsucht nach wahrer, nicht nur körperlicher Nähe. Mit seiner ausgeprägten Beobachtungsgabe, seinen Kompositionen, dem Einsatz von Licht und expressiver Farbigkeit gelang es Patrick Angus nicht nur, das objektiv Sichtbare der Motive darzustellen, sondern auch die Atmosphäre dieser Untergrundszene und das Verletzliche ihrer Individuen einzufangen. Die Einsamkeit, die er, wie auch andere Homosexuelle in dieser Zeit empfanden und die Versuche, diese zu kompensieren, spielen im Oeuvre Patrick Angus’ eine wichtige Rolle.

1992 starb Patrick Angus mit nur 38 Jahren an den Folgen seiner Aids Erkrankung, ohne gebührende Anerkennung für sein Schaffen zu Lebzeiten zu erlangen. In den letzen Jahren nahm seine Bekanntheit jedoch zu, was sich in Einzel- und Gruppenausstellungen widerspiegelt. Dazu gehört insbesondere die große Einzelausstellung "Patrick Angus", die 2017 im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen war. Doch auch in seinem Heimatland wurde Angus neu entdeckt. 2019 wurde er im Long Beach Museum of Art in Kalifornien im Rahmen einer Einzelausstellung und im Leslie-Lohmann Museum of Gay and Lesbian Art in New York in der "On Our Backs: The Revolutionary Art of Queer Sex Work" Gruppenausstellung gezeigt. Zu Patrick Angus erschien eine Monografie bei Hatje Cantz ( 2016 ) sowie eine Publikation zu der Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart im Distanz Verlag ( 2017 ). Patrick Angus ist in den Sammlungen des Leslie-Lohmann Museum of Gay and Lesbian Art, des Kunstmuseum Stuttgart und des Schwules Museum Berlin vertreten.

 

Patrick Angus, Slave to the Rhythm, 1986, Acryl auf Leinwand, 101,5 x 150 cm
Slave to the Rhythm, 1986
Acryl auf Leinwand, 101,5 x 150 cm
© the estate of Patrick Angus