Justin Mortimer (geb. 1970 in Cosford, Großbritannien) studierte von 1988 bis 1992 an der Slade School of Fine Art in London, Großbritannien. 1991 gewann er den BP Portrait Award. Er schuf mehrere Auftragsarbeiten, darunter ein Porträt von Königin Elizabeth II., das von der Royal Society of Arts beauftragt wurde. Er lebt und arbeitet in London, Großbritannien.

Justin Mortimer entwickelt seine Gemälde aus Kollisionen. Figuren, Objekte und Landschaftsfragmente treffen in Bildräumen aufeinander, die zugleich präzise inszeniert und eigentümlich instabil wirken. Ein Körper entzieht sich dem Blick, ein Gesicht ist verborgen, eine vertraute Umgebung wird durch ein irritierendes Element gestört. Was zunächst stimmig erscheint, beginnt mit zunehmender Betrachtung brüchig zu werden. Die Arbeiten zeigen eine Praxis, die sich dafür interessiert, wie Bilder funktionieren – wie sie anziehen, täuschen, verdecken und verunsichern. Justin Mortimer greift auf ein weitreichendes Reservoir an Bildquellen aus gebrauchten Büchern, medizinischen Nachschlagewerken, Online-Archiven und eigenen Fotografien zurück. Daraus entstehen digitale Collagen als vorläufige Kompositionen, die in Malerei überführt und dort fortlaufend verändert werden: übermalt, zurückgekratzt, verschoben, manchmal grundlegend neu gedacht.

Ohne konkrete Ereignisse abzubilden, berühren die Gemälde gegenwärtige Verunsicherungen: die Fragilität des Körpers, die Instabilität sozialer Ordnungen, die beunruhigende Nähe von Gewalt und das Gefühl, dass Vertrautes jederzeit ins Fremde kippen kann. Es ist gerade diese Ungewissheit, die sie ausmacht.

Justin Mortimer, Galerie Thomas Fuchs
Pelt IV, 2023
Öl auf Leinwand, 213 x 172 cm