Juni. Patrick Angus, James Bartolacci, Rainer Fetting, Dylan Hurwitz, Logan T. Sibrel

Reinsburgstraße 68A
12.06. bis 11.07.2026

Eröffnung
Freitag, 12.06.2026, 18 bis 21 Uhr

Im Pride Month lädt "Juni" zu einem Moment der Reflexion über queere Geschichten, Erinnerung und Formen von Gemeinschaft ein. Im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Stonewall-Aufstände von 1969 erinnert Pride an fortdauernde Fragen von Repräsentation und Zugehörigkeit, die queere Erfahrungen bis heute prägen. Anstatt direkten Bezug zu diesen Geschichten zu nehmen, bleibt der Titel "Juni" bewusst zurückhaltend – und bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass queere Lebensrealitäten und Erfahrungen eines Tages keine besondere Sichtbarkeit mehr benötigen, sondern als selbstverständlicher Teil des Alltags akzeptiert werden.

„Juni“ vereint Arbeiten von Patrick Angus, Rainer Fetting, Logan T. Sibrel, James Bartolacci und Dylan Hurwitz und zeigt unterschiedliche Darstellungen queerer Intimität, Begehrens und Gemeinschaft über verschiedene Generationen hinweg. Die Präsentation spannt einen Bogen von den 1980er-Jahren bis in die Gegenwart und beleuchtet, wie queere Körper, Begegnungen und soziale Räume innerhalb figurativer künstlerischer Praktiken dargestellt wurden. Zwischen privaten Momenten und kollektiver Erfahrung reflektieren die Arbeiten Sehnsucht, Präsenz, Verletzlichkeit und Formen von Verbundenheit, die durch spezifische gesellschaftliche und kulturelle Kontexte geprägt sind.

Patrick Angus verlieh der schwulen Underground-Szene des New Yorks der 1980er-Jahre einen nachhaltigen künstlerischen Ausdruck und hielt sowohl die Intimität als auch die Einsamkeit fest, die diese Räume prägten. Rainer Fetting, einer der Protagonisten der sogenannten "Jungen Wilden", wandte sich bewusst einer figurativen, expressiven und farbintensiven Malerei zu. Seine Darstellungen männlicher Figuren, geprägt von expressivem Pinselduktus und einem ausgeprägten Gespür für Farbe, bedeuteten in den 1980er-Jahren zugleich einen Tabubruch. Logan T. Sibrel untersucht intime Begegnungen aus nächster Nähe und schafft Arbeiten, die zwischen Nahbarkeit und Anonymität oszillieren. James Bartolacci richtet seinen Blick auf das zeitgenössische queere Nachtleben und zeigt Clubs und Zusammenkünfte als Räume von Verbundenheit, Ekstase und Einsamkeit. Dylan Hurwitz ergänzt die Präsentation durch intime, ausschnitthafte Darstellungen männlicher Körper in warmen, gesättigten Farbtönen. Mit Fokus auf Fragmente und Momente körperlicher Nähe bewegen sich seine Arbeiten zwischen Zärtlichkeit, Begehren und emotionaler Vertrautheit.

Gemeinsam schaffen die Arbeiten einen generationsübergreifenden Dialog und zeigen, wie queere Erfahrungen immer wieder neue Formen von Ausdruck und Verbundenheit finden.