Bastian Börsig. Peng
Reinsburgstraße 68A
08.05. bis 06.06.2026

Eröffnung – Bastian Börsig ist anwesend
Freitag, 08.05.2026, 18 bis 21 Uhr

Im Comic-Jargon markiert "Peng" den Moment eines plötzlichen Knalls. Etwas geschieht abrupt, unerwartet, mit unmittelbarer Wirkung. Dieser Impuls der Überraschung ist zentral in der Malerei von Bastian Börsig. Seine Bilder entwickeln keine linearen Erzählungen, sondern eröffnen Situationen, in denen sich Bedeutung erst aus der Wahrnehmung heraus bildet – oft beiläufig, manchmal widersprüchlich und ohne sich zu einem Ganzen zu fügen.

Ausgangspunkt sind häufig persönliche Erinnerungen und Beobachtungen aus dem eigenen Alltag. Diese werden zunächst zeichnerisch festgehalten, abstrahiert und anschließend ins Malerische übertragen. Dabei verlieren sie zunehmend ihre Eindeutigkeit. Frühere Arbeiten lösten die Figuration oft weitgehend auf; in den neueren Werken treten einzelne Formen wieder deutlicher hervor. Gegenstände und Fragmente von Körpern werden sichtbar, ohne sich zu stabilisieren. Der Bildraum gewinnt an Tiefe und erscheint zugleich unsicher. Es entsteht ein Gefüge, in dem sich Dinge formieren und im nächsten Moment wieder verschwinden.

Diese Ambivalenz ist eng mit dem malerischen Prozess verbunden, in dem Zeichnung und Malerei ineinander greifen. Kohlelinien bilden eine erste Struktur, die im weiteren Verlauf verschoben oder überarbeitet wird. Farbe wird aufgetragen, wieder abgekratzt und erneut übermalt. Öl und Acryl reagieren miteinander, bilden Risse und legen frühere Zustände frei. Die Oberfläche bleibt sichtbar bearbeitet und hält die einzelnen Schritte fest, sodass das Bild als Ergebnis eines fortlaufenden Aushandelns erscheint.

Trotz dieser materiellen Dichte entfalten die Arbeiten eine eigentümliche Leichtigkeit. Pastellige Farbflächen und Grauwerte prägen die Tonalität und stehen im Kontrast zur physischen Präsenz der Oberfläche. Innerhalb dieses Spannungsfeldes entstehen Momente überraschender Klarheit. Formen treten hervor und rutschen im nächsten Augenblick wieder ins Unbestimmte. Pointierte Setzungen wirken wie visuelle Einsprengsel, die das Bild kurz zuspitzen, unterbrechen oder ins Absurde kippen lassen.

"Peng" beschreibt damit eine Arbeitsweise, in der sich Bilder fortlaufend neu justieren. Sie geben Anhaltspunkte, ohne sich festzulegen, und halten Bedeutung in Bewegung. Wahrnehmung wird dabei nicht gelenkt, sondern herausgefordert.