Christian Awe. Perceptions

Perceptions – es gibt wohl kaum einen passenderen Titel, den der Berliner Künstler Christian Awe für seine erste Einzelausstellung mit der Galerie Fuchs hätte wählen können. Steht dieser Begriff doch für die sinnliche Wahrnehmung, das reine Empfinden – losgelöst von rationalem und durch den Verstand bestimmtem Erfassen. Es geht um Farbe, Emotion und Energie.

Genau dieses Erlebnis schafft Christian Awe mit seiner Malerei, die seit seiner Jugend auf Zeichnung basiert und im Laufe der Jahre immer abstrakter wurde. Abstraktion, die zum Teil nahe am Gegenständlichen ist und in die nun wieder vermehrt zeichnerische Komponenten hineinfließen.

Mit einer spielerisch leichten Intensität verbindet Awe kraftvolle Farben mit Illusionen echter Wassertropfen. Getrieben von künstlerischem Forscherdrang schafft er es immer wieder, die Grenzen der Malerei neu auszuloten. In seiner Serie der „Wasserbilder“ verarbeitet Awe Assoziationen, die Elemente der Natur aufgreifen. In einem Spiel aus Licht und Schatten wirkt der Malgrund so realitätsnah, fast als würden echte Tropfen über die Oberfläche perlen. Der Betrachter ist versucht, die Bilder zu berühren, um die Grenzen zwischen Vorstellung und Realität zu erfassen und die optische Wahrnehmung der Wirklichkeit anzupassen. Farbige Rinnsale fließen über Leinwand und Papier und bedecken die darunter liegenden Schichten. Farbströme, kraftvolle Splashes und spontan wirkende Gesten bilden eine spannungsreiche Symbiose, die Awe in einem Dialog aus Spontanität, Experiment und künstlerischem Kalkül zu einer luftig schwebenden Gesamtkomposition zusammenfügt. In einigen seiner Werke schafft Awe in Ergänzung zu seiner Technik der Wasserbilder durch intuitiv anmutende, jedoch bewusste zeichnerische Gesten aus Ölkreide eine neue Dichte und Dynamik.

Verschiedene Ebenen, die auf den ersten Blick die Sinne ansprechen, bei näherer Betrachtung aber noch viel mehr und immer wieder Neues erblicken und erspüren lassen, verleihen Christian Awes Werken die für sie typische Tiefe und Wirkung des Raumes. Eine Räumlichkeit, die der Künstler durch die ihm eigene Anordnung verschiedener Lichtquellen in seinen Arbeiten erzeugt.

Es ist das Spiel mit der Perzeption von Realität, das Awe reizt. Das Arbeiten mit Kontrasten aus matten und glänzenden Schichten, das Erzeugen von Wahrnehmung hinter dem Offensichtlichen, das Entdecken des Überraschenden. Eine Einladung, sich auf eine Reise des Sehens und Fühlens einzulassen. 

 

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